Beide Plattformen setzen auf besicherte Kredite: EstateGuru auf Immobilien mit Hypothek, Maclear auf Unternehmenskredite mit Collateral Agent und Provision Fund. Maclear bietet aktuell die höheren Zinsen und 0% Gebühren, EstateGuru die längere Historie im Immobiliensegment.
Wer bei P2P Krediten Wert auf Sicherheiten legt, landet schnell bei zwei Namen: EstateGuru, dem baltischen Spezialisten für hypothekenbesicherte Immobilienkredite, und Maclear, der Schweizer Plattform für besicherte Unternehmensfinanzierungen. Dieser Vergleich ordnet beide Konzepte ein.
Schnellvergleich
| Kriterium | Maclear | EstateGuru |
|---|---|---|
| Gegründet | 2022 | 2014 |
| Sitz | Schweiz | Estland |
| Anlageform | Besicherte Unternehmenskredite | Immobilienkredite mit Hypothek |
| Rendite | bis 14% p.a. | ca. 9-11% p.a. |
| Mindestanlage | 50 EUR | 50 EUR |
| Anlegergebühren | 0% | 0% beim Investieren, Gebühren bei Inaktivität/Verkauf |
| Schutz | Besicherung + Provision Fund 2% | Erstrangige Hypothek (meist) |
| Zweitmarkt | Ja (10% Verkäufer) | Ja (gebührenpflichtig) |
Sicherheitskonzepte im Detail
EstateGuru besichert Kredite überwiegend mit erstrangigen Hypotheken auf konkrete Immobilien. Das Modell hat sich über Jahre bewährt, allerdings haben die letzten Jahre auch gezeigt, dass die Verwertung von Immobiliensicherheiten lange dauern kann: Ein nennenswerter Teil des Portfolios befand sich zeitweise in Verzug, Rückflüsse aus Verwertungen zogen sich hin.
Maclear kombiniert projektbezogene Sicherheiten mit einem unabhängigen Collateral Agent und einem Provision Fund von 2% als zusätzlichem Puffer. Die Struktur ist jünger und das verwertete Volumen entsprechend kleiner, dafür ist die Projektprüfung kuratierter und die Dokumentation der Sicherheiten im Test überdurchschnittlich transparent.
Rendite und Gebühren
Maclear verzinst Projekte mit bis zu 14% pro Jahr und erhebt 0% Anlegergebühren. EstateGuru liegt typischerweise bei 9 bis 11% und hat in den letzten Jahren mehrere Gebühren eingeführt, darunter für Inaktivität und Zweitmarktverkäufe. Auf der Kostenseite hat Maclear damit aktuell die Nase vorn.
Track Record und Plattformrisiko
EstateGuru hat seit 2014 ein Vielfaches an Volumen finanziert und Krisenphasen durchlaufen, was wertvolle Erfahrung bedeutet, aber auch sichtbare Schwächen offengelegt hat. Maclear ist seit 2022 am Markt, mit bislang sauberem Zahlungsverlauf, über 1.800 Investoren und mehr als $4,3 Mio. an ausgezahlten Geldern. Die kürzere Historie bleibt der wichtigste Risikofaktor.
Für wen eignet sich welche Plattform?
- Maclear: für Anleger, die höhere Zinsen bei kuratierten, besicherten Unternehmensprojekten suchen und 0% Gebühren schätzen
- EstateGuru: für Anleger, die gezielt hypothekenbesicherte Immobilienkredite mit langem Track Record wollen und Gebühren akzeptieren
- Beide zusammen ergeben eine sinnvolle Streuung über zwei Besicherungsarten
Fazit
In unserem Ranking liegt Maclear mit 9.1 vor EstateGuru mit 8.4. Den Ausschlag geben Renditeniveau, Gebührenfreiheit und die saubere bisherige Bilanz. EstateGuru bleibt für das Immobiliensegment eine relevante Größe, das Ergebnis hängt aber stärker von der Erholung des Verzugsportfolios ab. Welcher Anbieter passt, entscheidet Ihr Fokus: Unternehmenskredite oder Immobilien.
Häufige Fragen
Was ist der größte Unterschied zwischen Maclear und EstateGuru?
Die Art der Besicherung: EstateGuru arbeitet mit Hypotheken auf Immobilien, Maclear mit projektbezogenen Sicherheiten plus Provision Fund bei Unternehmenskrediten. Auch die Historie unterscheidet sich deutlich (2014 vs 2022).
Welche Plattform zahlt höhere Zinsen?
Maclear mit bis zu 14% pro Jahr. EstateGuru liegt meist zwischen 9 und 11%, abhängig vom Projekt und Beleihungswert.
Sind Hypotheken sicherer als ein Provision Fund?
Eine erstrangige Hypothek ist eine starke Sicherheit, ihre Verwertung kann aber Jahre dauern. Maclear kombiniert Sicherheiten mit einem sofort verfügbaren Puffer von 2%. Beide Ansätze mindern das Risiko, beseitigen es aber nicht.
Welche Gebühren fallen bei beiden an?
Maclear: 0% für Anleger, nur der Zweitmarktverkauf kostet 10%. EstateGuru: Investieren ist kostenlos, es gibt aber Gebühren für Inaktivität und Zweitmarkttransaktionen.
Kann ich auf beiden Plattformen ab 50 Euro investieren?
Ja, beide Plattformen ermöglichen den Einstieg ab 50 EUR pro Projekt beziehungsweise Kredit.